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Wir unterstützen Sie bei der Darmkrebsvorsorge

Die Integrität des Gastrointestinaltrakts als größte Körperoberfläche wird durch Infektionen, Entzündungen und Entartungen gefährdet. Geeignete Markersubstanzen im Stuhl erlauben eine zuverlässige Labordiagnostik als wichtige Ergänzung zu etablierten, konventionellen Verfahren. Infektionen mit Helicobacter pylori, chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sowie die Darmkrebsvorsorge sind Paradebeispiele für einen sinnvoll abgestimmten Einsatz geeigneter Methoden, die eine ausgewogene Balance zwischen Aussage und Nutzen, Belastung des Patienten und verursachten Kosten unterstützen. 

Hochqualitative, antikörperbasierte immunologische Labortests (iFOBT) weisen das irreguläre Auftreten von Hämoglobin mit wesentlich besserer Genauigkeit und Reproduzierbarkeit nach als früher übliche Verfahren. Dabei deuten Hämoglobin-Erhöhungen im Stuhl auf einen Blutungsprozess im unteren Verdauungstrakt, während der  ebenfalls verfügbare Haemoglobin-/Haptokomplex auch obere gastrointestinale Blutungen detektieren kann, die ansonsten durch die Bindung des Hämoglobins an das Fängerprotein Haptoglobin verpasst würden.
Ein völlig anderes Nachweiskonzept pathologischer Veränderungen im Darm stellt die M2-Pyruvatkinase dar. Der immunologische Test weist einen erhöhten Anteil einer pathologischen Isoform des Glucose-Stoffwechsel-Enzyms nach, die vermehrt zum Beispiel bei entzündlichen Reizen und Tumoren auftritt. Kombiniert mit den immunologischen Verfahren zum Blutnachweis im Stuhl (siehe oben) erhöht sie die Sensitivität der Erkennung eines pathologischen Prozesses noch nennenswert.
Nachfolgend finden Sie

Die Stuhlentnahmesysteme für die präventive Vorsorgeuntersuchung sind bei uns im Versand (Tel. 0421/2072-199) erhältlich. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir nur eine begrenzte Anzahl der speziellen Entnahme- und Transportröhrchen zur Verfügung stellen können.

Die Probe sollte möglichst noch am Tag (nach) der Gewinnung beschriftet in der Umverpackung in die Praxis zurück¬ gegeben werden. Lassen Sie uns die Proben dann bitte auf dem gewohnten Weg zukommen.
Wichtig: Bitte ausschließlich die von uns gestellten Röhrchen verwenden und zurückgeben, keine Fremdfabrikate!

Klinische Anzeichen einer gestörten Darmfunktion, wie Durchfälle, Krämpfe, Unwohlsein, Schmerzen, Blähungen etc., können von verschiedenen Ursachen hervorgerufen werden. Ohne weitergehende Diagnostik ist eine eindeutige Zuordnung meist nicht möglich. In Frage kommen u. a. funktionelle Beschwerden (z. B. irritables Colon), viral und bakteriell bedingte Infektionen und nichtinfektiöse, entzündliche Veränderungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Während infektiöse Ursachen im akuten Fall am besten durch den direkten Erregernachweis abgeklärt werden, stehen  für die Unterscheidung von funktionellen und entzündlichen Veränderungen spezifische labormedizinische Stuhlanalysen zur Verfügung.

Calprotectin und Lactoferrin sind zwei Bestandteile der polymorphkernigen, neutrophilen Granulozyten. Ihr Nachweis in erhöhter Konzentration im Stuhl stellt einen direkten Marker der entzündlichen Invasion ins Darmlumen dar, und ist zur Diagnosestellung ebenso geeignet wie zur Therapiekontrolle. Vielerorts haben die beiden Marker bereits invasive Verfahren (Röntgen, Endoskopie) ersetzt. Beide Marker haben praktisch gleichwertige Aussagekraft, unterscheiden sich aber bei pädiatrischen Proben: während Calprotectin bei Säuglingen und Kleinkindern physiologisch in höheren Konzentrationen vorkommt, erreicht Lactoferrin sehr schnell das Niveau wie beim Erwachsenen. Dementsprechend müssen beim Calprotectin altersabhängige Referenzbereiche zwingend berücksichtigt werden.

Neben der zellulären Invasion ist vielfach auch der Nachweis einer Plasmainfiltration ins Darmlumen von Bedeutung (zum Beispiel beim sogenannten leaky gut-Syndrom). Als wichtigster Marker gilt das α1-Antitrypsin, ein Serumprotein das durch seine geringere Molekülgröße durch undichte Blutgefäße ins Darmlumen sickern kann, ohne dass es zu echten Blutungen kommt – anders als das gelegentlich noch verwendete Albumin. Moderne immunologische Nachweisverfahren (EIA) haben in der Analyse die früher gebräuchlichen Immundiffusions- und nephelometrischen Methoden dank höherer Spezifität und Reproduzierbarkeit abgelöst.

Einen weiteren, spezifischen immunologischen Abwehrmechanismus des Darms stellt die Abgabe des sekretorischen IgA (sIgA) ins Lumen dar. Sie sollte nicht mit dem gelegentlich noch untersuchten Gesamt-IgA verwechselt werden, das per Diffusion oder Blutung aus dem Plasma in den Stuhl gelangen kann, und dort keinerlei spezifischen Hinweis auf einen entzündlichen Prozess gibt. sIgA aus den Plasmazellen der Lamina propria des Darms richtet sich gezielt gegen bakterielle, virale und andere Antigene und bindet diese immunologisch, so dass schädliche Prozesse vermindert oder unterbunden werden. Während erhöhte Konzentrationen auf eine intensivierte immunologische Abwehrreaktion des Darms hindeuten, zeigen verminderte Konzentrationen eine (partielle) Schwäche des spezifischen serologischen Abwehrsystems an; sie sind oft vergesellschaftet mit Allergien, Immunsuppression und erhöhter Infektanfälligkeit.

Die ordnungsgemäße Verwertung und Resorption der Nahrung im Darm wird durch eine Vielzahl von Einzelfaktoren mitbestimmt, die erst im abgestimmten Zusammenspiel eine effiziente Verdauung ermöglichen. Insbesondere sind hier die Ausschüttung der emulgierenden Gallenflüssigkeit sowie die enzymatischen Sekrete des Pankreas zu nennen. Die quantitative Bestimmung der Gallensäuren im Stuhl gibt einen guten globalen Anhalt über die Funktionstüchtigkeit des exokrinen Leber-/Gallensystems, bei speziellen Fragestellungen ist auch die Aufschlüsselung der einzelnen Gallensäuren möglich. Die Quantifizierung der Pankreas-Elastase im Stuhl wird als bester Marker der exokrinen Pankreasfunktion angesehen, wie sich in vielen Studien gezeigt hat. Die früher gebräuchlichen Trypsin- bzw. Chymotrypsin-Analysen bleiben speziellen Einzelfällen vorbehalten, ebenso wie Lipase und Amylase. Die Effizienz der Verdauung und Resorption von Lipiden lässt sich gut mit dem Schlüsselmarker der  freien Fettsäuren im Stuhl bewerten.

Die klassische, mikrobiologische Untersuchung des Stuhls zur kulturellen Erregeranzucht bei Infektionsverdacht wird in zunehmendem Maße durch Antigen- und Nukleinsäurenachweise ergänzt bzw. sogar ersetzt. Die hohe Geschwindigkeit dieser Verfahren zum Nachweis bakterieller (z. B. Campylobacter, Shigatoxine, Clostridium difficile) und parasitärer Erreger (Lamblien, Amöben, Kryptosporidien), erlaubt schnelle und zielgerichtete Maßnahmen. Bei empfindlichen Erregern wie Helicobacter pylori ist der Antigennachweis auch zur Therapiekontrolle sehr gut geeignet. Virusnachweise (vor allem Noro-, Rota-, Adenoviren) im Stuhl sind heute praktisch ausschließliche Domänen der modernen Verfahren. Eine besondere Herausforderung stellt die EHEC-Diagnostik dar. Zur sicheren Erfassung dieser bedeutsamen Infektion stützen wir uns auf den Zytotoxizitätstest, den typendifferenzierten PCR-Nachweis, sowie den kulturellen Erregernachweis mit Serotypisierung. Diverse wissenschaftliche Publikationen zeugen von unserem besonderen Engagement gerade auf diesem Gebiet.

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— Leitende MTA —
Tel.: +49 (0)421 2072-222
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Dr. rer. nat. Sabine Gerritzen
— Leiterin Serologie/Immunologie —
Tel.: +49 (0)421 2072-223
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bei medizinisch-fachlichen Fragestellungen:

Dr. med. Andreas Gerritzen
— Facharzt für Laboratoriumsmedizin und Mikrobiologie —
Tel.: +49 (0)421 2072-108
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